Ladungssicherungsausrüstung und Kontrollen vor dem Auslaufen dürften Schwerpunkte der PSC-Kampagne 2026 sein.

Verifizierte Entwicklung

Die Paris und Tokyo Memoranda of Understanding zur Hafenstaatkontrolle werden vom 1. September bis 30. November 2026 eine gemeinsame Schwerpunktkontrollkampagne zur Ladungssicherung durchführen. Das Paris MoU benannte die Ladungssicherung in seiner Mitteilung des Ausschusses vom Mai 2024 als Thema der Kampagne 2026. Neuere Brancheninformationen beschreiben, dass die Kampagne die Einhaltung der SOLAS-Anforderungen für Laden, Stauen und Sichern von Ladeeinheiten und Güterbeförderungseinheiten abdecken wird.

Die der Branche verfügbaren Inspektionsleitlinien zeigen, dass PSC-Beamte prüfen werden, ob Ladungssicherungsmaßnahmen dokumentiert und praktisch umgesetzt sind. Zu den erwarteten Bereichen gehören das Ladungssicherungshandbuch des Schiffes, Zustand und Eignung der Zurr- und Sicherungsausrüstung, ladungsspezifische Sicherungsanordnungen, einschlägige Wartungs- und Inspektionsaufzeichnungen sowie die Kenntnis der Besatzung über die Verfahren. Die Leitlinien verknüpfen die Kampagne auch mit der fortlaufenden Branchenarbeit zu Faktoren hinter Containerverlusten, weiten den operativen Fokus jedoch über Containerschiffe hinaus auf Ladeeinheiten allgemein aus.

Bei Mängeln können Maßnahmen von der Erfassung eines Mangels und Anweisungen zur Behebung bis zur Festhaltung reichen, wenn schwerwiegende Defizite festgestellt werden. Die Kampagne soll neben der normalen PSC-Tätigkeit einen speziellen Fragebogen einsetzen; grundsätzlich wird ein Schiff während des Zeitraums nur einer CIC-Inspektion unterzogen.

Analyse und praktische Lehre zur Schadenverhütung

Für Ladungsinteressen und haftungsgefährdete Beteiligte ist dies mehr als eine Dokumentationsübung. Eine Abweichung zwischen einem genehmigten Ladungssicherungshandbuch, der tatsächlich beförderten Ladung und der verwendeten Sicherungsanordnung kann sowohl ein Sicherheitsrisiko als auch ein schwieriges Beweisproblem bei Ansprüchen nach Ladungsverschiebung, Packstückschäden, Containerverlust oder Schwerwetterschäden darstellen. Die wertvollsten Nachweise entstehen vor der Abfahrt, nicht nach einem Schadensereignis.

Betreiber sollten daher vor Kampagnenbeginn überprüfen, dass das gültige genehmigte Handbuch an Bord verfügbar ist und die tatsächliche Ausrüstung sowie die Handelsmuster des Schiffes abbildet. Kapitäne und Decksoffiziere sollten ladungsspezifische Prüfungen belegen können: Zustand und Ablegekriterien von Zurrmitteln, Kompatibilität der Beschläge, Sicherungspunkte, Kontrollen vor Auslaufen, Maßnahmen bei Wetterrouting oder Schwerwetter sowie die Dokumentation von Mängeln und Korrekturmaßnahmen. Bei nicht standardisierten Ladungen, Projektladungen, Stückgut und Decksladung sollten reisespezifische Berechnungen, Staupläne, Fotos und unterzeichnete Checklisten in der Ladungsakte aufbewahrt werden.

Ladungseigentümer, Befrachter, P&I-Interessen und Versicherer sollten außerdem prüfen, ob vertragliche Weisungen, deklarierte Gewichte, Verpackungsinformationen und Ladepläne zeitnah mit den zeitgenössischen Schiffsaufzeichnungen abgeglichen werden können. Diese Verknüpfung hilft, die tatsächliche Kette zwischen Gestellung der Ladung, Stauung, Sicherung, Reisebedingungen und einem später behaupteten Verlust festzustellen. Sie unterstützt auch frühe Entscheidungen zur Einschaltung eines Sachverständigen, bevor Beweismittel durch Löschen, Reparatur oder Umstau verändert werden.

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